Albanien 2017 – 5

Ziemlich spät erst kommen wir vom Schiff runter was uns aber ganz Recht ist. Sollen die doch erst einmal los stürmen während wir uns in Ruhe fertig machen. Wir haben wohl zu lange gebummelt denn der Zöllner wartete nur noch auf uns und zwischen ihm und seinem Feierabend standen eben noch wir.

Die Abwicklung ging dann eben recht problemlos und schnell. Ruck zuck spuckte uns der Hafen aus in eine lebhafte albanische Großstadt.  Schnell fanden wir eine Tankstelle und füllten die Tanks. Auch als Wechselstube war der Laden zu gebrauchen und zum Abschied schenkte der Tankwart uns noch zwei eiskalte Flaschen Wasser.

Mühselig navigieren wir uns mit dem Garmin durch die Stadt. Irgendwann finden wir nach ein paar Irrwegen bei denen uns der Navigationsknecht unbedingt über einen Bahndamm führen wollte auch die richtige Ausfallstraße. Wie gewohnt wechseln glatter Asphalt, feine Schotterstrecken und üble Buckelpisten unerwartet ab. Wohlgemerkt auf einer vielbefahrenen großen Landstraße.

Ziel des ersten Reisetages in Albanien ist die Häuseransammlung Koman am Koman See, einer Staustufe des Drin. Nur ungefähr 150 Kilometer ist sie lang diese Etappe, bietet aber wieder einmal Überraschungen. Als wir durch einen kleinen Ort kommen wird es Zeit für eine kurze Pause am Wegesrand. Aus dem gegenüber liegenden Minimarket werden wir freundlich begrüßt was ich zum Anlass nehme bei dem freundlichen Herrn ein paar Flaschen Wasser zu kaufen. Der wiederum beschenkt uns mit einer Hand voll frischer Birnen. So etwas passiert einem ständig …

Etwas später schaue ich in den Rückspiegel und Verena ist nicht mehr zu sehen. Ich drehe um und nach wenigen hundert Metern sehe ich sie am Straßenrand stehen. Ein albanischer Autofahrer hat sie auf ihr plattes Hinterrad aufmerksam gemacht. Schnell öffnet er den Kofferraum seines Mercedes und zaubert einen kleinen 12V Kompressor hervor. Wir pumpen den Reifen auf, hören es aber sofort zischen. Undicht im Bereich des Ventils. Der Kerl geht erneut zu seinem Kofferraum und bietet uns eine passenden Schlauch für die Vespa, 3.50×10, an. Ich bin zugegebener Maßen überrascht. Da wir aber selbst einen Schlauch dabei haben lehne ich dankend ab. Zur Sicherheit gibt er uns noch seine Telefonnummer. Nur für den Fall dass wir Probleme bekämen, er hat eine Motorrad Werkstatt.

Wir verziehen uns mit unserem Gerümpel in den Schatten und fangen an zu arbeiten.

Nach kurzer Zeit kommt aus einem Haus ein junger Mann und bietet uns kalte Getränke an. Ich bin schon ein wenig fassungslos ob der schieren Gastfreundschaft in diesem Land.

Dank der teilbaren Felge ist so ein Schlauchwechsel auch ziemlich schnell erledigt. Ich mag diese Konstruktion sehr! Zum Vorschein kam übrigens ein schon mehrfach geflickter uralter Schlauch. Das hätte nicht sein müssen, beim Wechsel auf die neuen Reifen wäre auch diese Investition durchaus noch drinnen gewesen.

Schnell ist das Glump wieder zusammen gesteckt und es geht weiter. Bis zum Ziel sind es nur noch 30 Kilometer und wir freuen uns auf ein kaltes Zielbier. Wir biegen ab von der Hauptstraße und fahren auf einer kleinen und unerwartet asphaltierten Straße in Richtung Koman.

Ein Kalb auf der Straße bekam es bei unserem Anblick mit der Angst zu tun und wollte flüchten. Leider immer von uns weg in die Richtung in die wir auch wollten. Der kahlgryndige Cowboy hatte so seine Mühen das Rindviech zu überholen. Vermutlich war es aber nicht unser Anblick der das Tier verschreckt hat sondern die Lautäußerungen der Enfield …

Am Nachmittag erreichen wir den kleinen aber fein angelegten Campingplatz am Lake Koman.

Zielbier, ein kurzer Check der Kräder und schon wird das Lager aufgebaut.

Wir erkunden die nähere Umgebung des Platzes, kaufen etwas ein und tauchen unsere Füße in das eiskalte Wasser des Sees. Am Abend dann speisen wir vorzüglich in dem angeschlossenen Mini-Restaurant. Wie immer sehr einfach aber von hoher Qualität und Frische.

Am kaufen wir noch unsere Tickets für die Fährfahrt auf dem Stausee nach Fierze. Auf diesen „Ausflug“ freuen wir uns schon ganz besonders. Alternativ zu den 3 Stunden Kutterfahrt könnten wir ungefähr 5 – 10 Stunden außen herum kradieren. So lange braucht man hier je nach Strecke für die 200 km.

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