Albanien 2016 – 6

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Nach dem wohlverdienten Ruhetag wollen wir weiter. Leider nicht ohne Verzögerungen. Nachdem alles abgebaut und verladen starten wir die Motoren. Zumindest Verena macht das während ich erfolglos auf dem Kickstarter der Enfield rumhample. Normalerweise ist der Karren so ein One-Kick-Only Wunder aber hier … nichts, nada … nothing. Nicht einmal ein Husten.

Schon ziemlich durchgeschwitzt nehme ich den Helm ab und ziehe die Jacke aus. *Kopfkratz* ein Zündfunke ist da. Ich überprüfe lustlos und genervt Unterbrecherabstand, Zündzeitpunkt, Vergasereinstellung, wechsle den Kondensator. Alles ohne Erfolg. Mittlerweile hat Verena vom Pool einen Sonnenschirm organisiert denn die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Zum Schluss und als wirklich letzte Möglichkeit wechsle ich noch die Zündkerze. Muss ich noch weiter schreiben? One-Kick-Only … Da hat doch dieses Miststück von Zündkerze zwar einen Funken gezeigt, diesen aber wohl in eingebautem Zustand stecken lassen. Neue alte Kerze rein und als wäre nichts gewesen  🙂

Etwas verspätet kommen wir los. Nun wird es wirklich Zeit zu tanken wir wissen aber die nächste Zapfsäule ist rund 30 km entfernt in Erseka. Wieder 30 Kilometer die es in sich haben. Wieder brauchen wir über eine Stunde bis dort hin. Allerdings ist die Landschaft wieder mal berauschend und zumindest ich kann mich daran erfreuen.

Angekommen rollt Verena mit dem letzten Tropfen auf der Tankstelle aus. Ausmachen muss sie den Motor nicht mehr … Hocherfreut sehe ich ein Mastercard-Schild aber der Tankwart dämpft meine Vorfreude. Kaputt sagt er, nix Karte. Eigentlich wie immer halt. Ich bedeute ihm zeichensprachlich dass ich erst Geld tauschen muss. Er zeichnet zurück er näme auch Euro. Ausserdem zu einem viel besseren Kurs als die Bank  🙂  einer solchen Charme-Offensive konnten wir nicht widerstehen.

Alle Tanks und Kanister werde befüllt. 35 Liter insgesamt. Das war schon nicht schlecht für den Kerl.

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Weiter geht es in Richtung Korca. Irgendwann einmal wurde begonnen die Straße neu zu bauen. Aber leider auch nicht zu Ende gebracht bisher. Auf jeden Fall geht der Verkehr über 40 km auf einem breiten Baustellen-Schotterweg. Extrem staubig und teilweise auch schon wieder mit tiefen Schlaglöchern versehen. Das wird wohl noch eine Weile dauern …

In der Stadt selbst finden wir eine Western Union Wechselstube und bessern unsere Barschaften in Landeswährung auf. Das nächste Mal werden wir viele kleine Euroscheine dabei haben, so viel ist sicher.

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Wir nähern uns dem Oridsee.

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Kurz vor Mazedonien Essen wir in einem Restaurant am See zu Mittag. Schon wieder so ein kulinarisches Erlebnis. Echt eine tolle Küche! Der Fisch hat soeben noch gezappelt und schon liegt er auf unseren Tellern.

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Wir fahren ein kurzes Stück durch Mazedonien an der DriniZi entlang um bei Bllatä e Epërme wieder nach Albanien zurück zu kehren. Es ist mittlerweile Abend und wir beschließen uns ein Hotel zu suchen. Ich weiß nicht mehr genau wo das war aber irgendwo auf der SH6 zwischen Meqellara und Fshat finden wir eine Kombination aus Tankstelle, Bar und Hotel. Gegenüber ein Supermarkt, besser können wir es kaum treffen. Für das Zimmer zahlen wir einen unglaublich niedrigen Preis und sind sofort der Mittelpunkt des Geschehens. Die Menschen freuen sich ehrlich uns zu sehen. Freuen sich dass wir in ihrem Dorf rasten, wirklich schön. Ein Rollerfahrer hält an und fragt uns in perfektem deutsch ob wir etwas brauchen. Wenn ja, sollen wir ihm einfach Bescheid geben, wir würden ihn überall hier finden 🙂 Die Motorräder werden in den Billiardraum gewuchtet und weg gesperrt. Heute leider kein Billiard mehr …

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Geschmackvolle Wanddekoration  …

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Am nächsten Morgen geht es weiter über Burrel und Shkoder in Richtung Montenegro. Leider müssen wir realisieren dass wir uns mit der Zeitplanung für dieses Land völlig verschätzt haben. Wir reisen viel langsamer als sonst und da es noch so viel zu entdecken gibt, der Heimweg aber so weit ist, kürzen wir ab. Wir wollen uns den Nordosten mit seinen spektakulären Gebirgszügen und den sagenumwobenen Bluttürmen für nächstes Jahr aufheben. Theth, das Valbonatal. Dieses Land fordert mehr Zeit und es hat sie verdient. Wir werden einen kompletten Urlaub dafür aufwenden mit möglichst kurzer An- und Abreise.

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Kurz hinter Skoder verlassen wir Albanien und wir beginnen einen neuen Reiseabschnitt.

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