Albanien 2016 – 2

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Die Küstenstraße wird wie erwartet eher schwierig, am frühen Nachmittag erreichen wir genervt Ancona. Schlagartig bessert sich meine Laune. Ancona ist das Tor auf den Balkan.Wir sind praktisch schon in Griechenland. Beim Ticketkauf sind wir froh nicht mit dem Vierrad unterwegs zu sein. Der Kahn ist nahezu ausgebucht. Für unsere Motorräder findet sich aber noch „Lagerraum“ und bei Deckspassage ist das eh kein Problem.

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Wir finden den Anleger und fangen an zu warten. Der Platz füllt sich und alle warten. Es ist heiß und es gibt nur wenig Schatten …

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Unter dem geparkten Auflieger ist noch Platz.

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Lange nachdem er eigentlich hätte ablegen sollen kommt der Kahn um die Ecke.

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Hier ist alles versammelt was die SUV-Motorrad-Schublade so zu bieten hat. Teuer, schwer und leistungsstark. Die Unterhose nicht von Gucci sondern von Guzzi, die Armbanduhr von KTM und der Fahreranzug von BMW. Die zubehör-kompletten Fernreiseträume garantiert von Touratech.Wir hingegen ernten ungläubige Blicke von diesen Jüngern. Albanische und griechische LKW Fahrer umlagern uns und wollen wissen woher und wohin.

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Wir halten uns dezent im Hintergrund. Als es dann endlich aufs Schiff geht muss die kleine Enfield doch auch mal das Maul aufreissen. Mit sonorem Schlag bollert sie auf den Kahn, der Schall verstärkt in dieser Stahlhalle lässt alle anderen „Bikes“ vor Neid verblassen.

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Das Schiff ist registriert in Palermo. Früher war Minoan Lines mal griechisch, jetzt scheinbar italienisch … Die Motorräder kommen zuerst aufs Schiff aber danach bricht das nackte Chaos aus. Es hat sich auf dem Parkplatz keiner die Mühe gemacht vorzusortieren. Entsprechend groß sind die Tumulte. LKWs müssen wieder raus, Wohnmobile rein, PKWs mit Anhänger, schreiende Einweiser und verzweifelte Dosenfahrer. Ein Wahnsinn der sich da auf tut.

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Reisebusse laden hunderte von pubertären Jugendlichen ab. Die T-Shirts mit dem Aufdruck „Korfu 2016“ lassen Schlimmes vermuten. War aber nicht so. Es kam noch schlimmer … Sie überfluten das Deck und verwüsten es in Sekunden. Lärm, Abfall, Zigarettenkippen und sonstiger Müll. Es wird einfach mal über unsere Isomatten und Schlafsäcke gelaufen. Mann was sind wir doch für coole Socken … Das kann ja heiter werden. Wir treten den Rückzug an uns suchen uns einen anderen Schlafplatz. Nix zu finden … Überall lagern das lärmende Jungvolk bar jeder Kontrolle. Am Heck des Schiffes drängen sie ein paar verängstigte Menschen denen es ähnlich geht wie uns. Leider direkt bei der Disco. Das wird also auch nichts. Wir fragen an der Rezeption nach einer Kabine. Alles ausgebucht. Wir finden schließlich einen Schlafplatz bei den Airseats. Einem ruhigen Schlafraum voll mit „Flugzeugsitzen“ und genügend Raum für unsere Matten. Hier sind wir richtig und schlafen tatsächlich wunderbar.

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Zielbier oder so.

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Mit vier Stunden Verspätung legen wir endlich ab.

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