Albanien 2017 – 7

Wir nehmen die rund 400 km lange Strecke bis zur Farma Sotira im Südosten Albaniens in angriff. Natürlich nicht am Stück, das ist zu weit für uns. Nur wo wir unterbrechen werden, das steht noch nicht fest.

Nach dem Valbonatal hätten wir in Bajram Curr eigentlich abbiegen müssen, verpassen aber den Abzweig. Unseren Fehler bemerken wir erst in Fierce was aber nicht schlimm ist. Es gibt mit der SH22 eine wunderschöne Alternative in Richtung Süd-Osten. Sehr gebirgig und sehr kurvig, es kaum ein mal ein paar hundert Meter gerade aus. Es sind auf diesem Teilstück eine ganze Menge Enduro-Biker mit Großgeräten unterwegs. Müssen so an die 20 Motorräder sein. Natürlich überholen sie uns. Immer wieder weil sie ziemlich oft anhalten. Bei einer Pause hält plötzlich ein alter Landrover mit kroatischem Kennzeichen bei uns. Fahrer und Beifahrer steigen aus und setzen sich zu uns. Der Beifahrer, Kroate, ist der Tourguide einer geführten Endurotour durch Albanien und der Fahrer sein Local. Der Kroate mag die Enfield sehr, ist er doch schon mit einem solchen Krad durch den Himalaya getourt. Er ist begeistert über unser Reise-Set-Up und wünscht uns noch viel Spaß bei der Reise. Er müsse weiter seine zum Teil doch recht unbedarften Schäfchen einsammeln zum Mittagessen.

Kurz nach dem Ende der schönen Strecke fahren noch ein paar Kilometer einer neuen Autobahn bis nach Kukes wo wir auf die SH31 in Richtung Süden abdrehen. Es ist sehr heiß und wir brauchen viele Pausen weswegen wir nur langsam voran kommen. Durch eine beeindruckend schöne Landschaft fahren wir über Peshkopia bis zur mazedonischen Grenze. Es ist zwar erst später Nachmittag aber wir sind müde und ausgelaugt. Bei einem Café direkt an der Grenze fragen wir nach Zimmer und werden an das Nachbarhaus verwiesen. Es deutet zwar nichts darauf hin dass es sich dabei um ein Hotel handeln könnte, unsere Anfrage wird aber positiv bedacht. Wir erhalten ein typisches albanisches Hotelzimmer welches sicherlich noch nicht viele westliche Touristen gesehen hat. Es wirkt alles etwas alt und abgegriffen, ist aber sauber und durchaus bewohnbar.

Es ist heiß und stickig in dem Tal. Die Luft will einfach nicht abkühlen und die Mücken fressen mich auf. Ansonsten war die Nacht aber OK und mit 15 € auch nicht gerade teuer.

Am nächsten Morgen dann reisen wir nach Mazedonien ein und streben in einem kühlen Tal entlang eines Flusses und Stauseen in Richtung Ohrid See. Dieses Jahr möchten wir den See auf mazedonischer Seite in Richtung Süden umfahren. Wir haben schon gehört dass das sehr schön sein soll.

Und tatsächlich. Auf mazedonischer Seite reichen die Berge bis an den See heran. Dadurch ist die Küstenlinie deutlich attraktiver als auf der albanischen Seite. Flache Kiesstrände laden zum Verweilen ein und da wir noch kein Frühstück hatten brunchen wir in einem Strandcafé recht herzhaft mit Gegrilltem und Salat. Auch hier, preiswert und sehr lecker.

Nach diesem vorzüglichen Mahl reisen wir am südlichen Ende des Sees wieder nach Albanien ein. Es geht so langsam ins Gebirge und wir nähern uns dem süd-östlichen Ende Albaniens.

Auf kurvigen kleinen Landstraßen geht es durch eine sanft hügelige Landschaft, immer umrahmt von gewaltigen Bergketten. Nach einer Pause an einer Quelle will die Enfield nur noch widerwillig anspringen und läuft dann auch ziemlich schlecht. Da es aber nur noch rund 50 km bis zur Farma Sotira beschließe ich mich später darum zu kümmern. In Erseke tanken wir noch die Kräder und nachdem der Karren endlich wieder läuft nehmen wir die letzten 30 km dieser Tagesetappe in Angriff.

Wir erreichen die Farma Sotira und können unser Zelt am gewohnten Platz aufschlagen.

Ich sehe dann aus sofort weswegen die Enfield nicht mehr so lief … kann schon mal passieren dass man den Choke versehentlich mit dem Knie rein drückt. Aber man sollte sofort darauf kommen finde ich. Das Thema wird mich auf dieser Reise noch mal eindringlich einholen.

Wir machen es uns gemütlich und packen auch das Gemöbel aus. Der Plan ist es zwei volle Tage hier zu verbringen.

Leider verschlechtert sich das Wetter am nächsten Tag und es wir ziemlich kühl. Auch regnet es hin und wieder mal … Das haben wir uns tatsächlich anders vorgestellt, schließlich haben Sommerurlaub im Süden gebucht. Mal mit der Reiseleitung reden.

Als wir am Abend in Lederhose und Pullover zum Abendessen gehen, beschließen weiter in Richtung Küste zu reisen. Die Wetter-App verspricht dort schönes und warmes Sommerwetter. Tatsächlich müssen wir sogar ein kleines Lagerfeuerchen entzünden um die kalten Füße aufzuwärmen.

 

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