Albanien 2016 – 11

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Von Jajce aus geht es den schon bekannten Weg über Bihac zurück nach Kroatien. Mr. Garmin lotst uns an den Plitvicer Seen vorbei über eine sehr kleine Gebirgsstraße in Richtung Westen. Wir sind erst mißtrauisch aber können der Beharrlichkeit mangels besseren Wissens auch nicht viel entgegensetzen. Alles richtig gemacht würde ich sagen, über sicherlich 30 km geht es über eine Bergkette, durch einsam gelegene Täler dann so langsam in Richtung Nord-West.

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Es lief so richtig gut. Wetter prima und nicht viel los auf den den Straße. Normalerweise versuchen wir ab ca. 16:00 einen Übernachtungsplatz zu finden. Zu oft schon sind wir viel zu lange gefahren. Heute aber, weil es doch so gut läuft, beschließen wir noch ein klein wenig weiter zu fahren. Beschwingt, ja fast euphorisch gleiten im sanften Licht des herannahenden Abends wir durch die hügelige und kurvige Landschaft. Ihr kennt das Gefühl wenn scheinbar alles stimmt. Möglicherweise geblendet von diesem Gefühl ignoriere ich eine große Warntafel mit dem Hinweis dass es auf dieser Straße in 10.300 m nicht mehr weiter gehen wird. Vermutlich habe ich es auch einfach nicht richtig verstanden zumal auch keinerlei Umleitung ausgewiesen war.

Und tatsächlich, nach etwas über 10 km war wirklich Schluss. Straße gesperrt wegen Brückenbauarbeiten. Kein Durchkommen für uns. Na gut – denke ich mir und drücke den Umleitungsknopf auf dem Navi. Das Ding rechnet und rechnet um uns schließlich einen Alternativweg anzuzeigen. Es geht runter von der Hauptstraße. Erst sind die Wege noch asphaltiert, dann Betonplattenwege und schließlich Schotter. Es geht über eine idyllisch zugewucherte Natursteinbrücke, gerade breit genug für Verenas Gespann. Weiter führt der Pfad, mittlerweile ein Schlammloch durch ein dunkles Tal um kurz darauf in einer steilen Geröllpiste zu enden auf der schon lange keiner mehr gefahren ist …Der Pfad besteht aus etwa tennisballgroßem und sehr tiefen Geröll. Die Enfield kommt mangels Geschwindigkeit ins Straucheln und steht. Kurz darauf natürlich auch die F. Der Weg ist so steil, dass beide Motorräder nicht mehr anfahren können. Na toll … und in 300 m soll es auf die Straße zurück gehen. Wir fangen an die Karren umzudrehen, was alleine schon ein hartes Stück Arbeit ist. Immer wieder will das Gespann talwärts rutschen. Irgendwie schaffen wir es aber und fahren zurück auf die gesperrte Straße, zurück zu der hämisch grinsenden Warntafel und nehmen einen größeren Umweg in Richtung Slowenien. Es gibt von dieser Aktion leider keine Fotos. Völlig vergessen …

Zu allem Überfluss zieht sich auch der Himmel langsam zu und wir müssen nun wirklich mit der Hotelsuche beginnen. Direkt an der Slowenischen Grenze finden wir es dann. In Brod na Kupi, das letzte Haus in Kroatien wird unsere Herberge. Ein nettes Zimmer erfreut uns, das Restaurant bietet eine hervorragende Küche und auch der Wein ist genießbar. Leider möchte der Wirt kein Plastikgeld und unsere Kuna reichen nicht mehr für diese überaus stolze Rechnung. Wir bezahlen in Euro was ihm scheinbar auch am liebsten ist. Nach einem Abendspaziergang  etlang der Kolpa fallen wir müde in einen traumlosen Schlaf.

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In der Nacht regnet es stark und dauerhaft. Auch am Morgen noch Starkregen so dass wir uns mit dem Frühstück sehr viel Zeit lassen. Irgendwann hört es dann auf und ab und zu blinzelt sogar die Sonne zwischen den Wolken hervor. Wir machen uns auf den direkten Weg nach Kobarid. Das Wetter ist nicht so schön, recht kühl mit nur noch 20°, stark bewölkt und immer wieder nieselt es mal. Gerade so dass wir nicht in die Regenkombis müssen, das ist erträglich.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Kobarid und bauen im Kamp Koren unser Lager auf. Wir haben uns auch den anderen Platz angeschaut, der war uns aber zu schattenlos.Im Kamp Koren gibt es auf der oberen Ebene einen kleinen Wald in den ausser Motorräder keine Fahrzeuge einfahren können. Sehr schön gelegen und recht schattig. Das Wetter ist immer noch unschön so dass wir beschließen das Tarp aufzubauen. Das Tarp welches wir nun schon seit 3500 km durch Europa kutschieren. Hätten wir es vorher mal getestet. Mit dem Gewicht des 4 x 4 m großen Baumwolltuchs sind die zierlichen Billigstangen völlig überfordert. Über uns selbst grinsend geben wir auf. Morgen soll das Wetter eh besser werden.

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Wir verbringen drei schöne Tage an der Soça, wandern ein wenig herum, kaufen ein und kochen wie die Weltmeister. Kochen auf dem neuen russischen Benzinkocher (Schmel4) ist eine Herausforderung. Leider kennt der kein Teillastbetrieb womit sanftes Geköchel eher zum Abenteuer wird. Da muss ich wohl noch mal bei denn ich weiß aus sicherer Quelle dass genau dieser Kochen das eigentlich können müsste. So manches Gericht ging auf dieser Reise fast oder auch sicher in die Tonne …An einem Abend erhalten wir Besuch von einem netten Kollegen aus dem AIA Forum der gerade in der Nähe weilte. Schon lässig wie er da mit der SR um die Ecke geknattert kam 🙂

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Da auch der schönste Urlaub einmal zu Ende ist wird es Zeit das Lager abzubrechen. Etwas Wehmut macht sich breit, geht es doch von nun an doch tatsächlich auf den Heimweg …

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