Albanien 2016 – 12

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Mit Rücksicht auf das defekte Federbein der F verzichten wir, wie schon auch letztes Jahr, auf Virsic und Wurzenpass und nehmen statt dessen die sanftere Strecke über Tarvisio nach Villach. An der Grenze zu Österreich kommt uns noch ein Russenfahrer aus Karlsruhe entgegen. Leider ging sich ein Treffen in dem Moment nicht aus. Solltest Du das zufälligerweise lesen lieber Russentreiber, melde Dich bei mir. Ich möchte gerne von den Abenteuern Deiner Reise erfahren.

Vorbei geht es an Villach, der gruseligen Strecke am Wörthersee, über Judenburg und Leoben nach Niklasdorf wo wir schon erwartet werden.

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Tankstellenrast. Immer wieder gerne genommen.

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Entspannt sitzen wir im Garten und lauschen der Hausmusik von Uwe und seiner Familie. Es wird wie immer ein sehr schöner Abend, schließlich gibt es viel zu erzählen und der Uwe ist irgendwie dafür verantwortlich dass ich mit der Bullet unterwegs bin.

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Am nächsten Morgen, das Wetter verspricht schlechter zu werden, fahren wir über den Radstätter Tauern in Richtung Deutschland. In Raubling bei Rosenheim erwarten uns Thomas und Familien zu einer Abendgrillung. So zumindest der Plan. „Der Planer plant und das Schicksal lacht dazu“ …

Südlich der Tauern ist das Wetter noch ganz passabel. Um so näher wir jedoch dem Alpenhauptkamm kommen wird es schlechter. Es zieht sich zu und wird dunkel. Und genau ab der Passhöhe wird es kalt und fängt an zu regnen. 11° und Starkregen werden uns auf den letzen rund 200 km fest im Griff halten. Trotz Regenkombi werden nass. In meinen Stiefeln steht das Wasser, die Handschuhe kann ich auswringen und der Brustbereich ist völlig durchweicht. Während dieser schlimmen Fahrt beginne ich eine Hitliste der schlimmsten Regenfahrten. Mit jedem neuen Streckenabschnitt klettert diese Fahrt weiter nach oben.

Irgendwann aber ist auch das vorbei und wir werden aufs herzlichste empfangen. Nur die Grillerei muss aufgrund des Wetters ausfallen und es gibt ein gar köstliches Chilli.
Wie immer in diesem Hause wird der Abend sehr lang und der nächste Morgen beginnt zäh. Leider aber haben wir nicht viel Zeit denn die letzte Etappe nach Hause ist über 450 Landstraßenkilometer lang und meine Enfield hat kein richtiges Licht mehr.

Wir starten trotzdem nicht allzu früh unsere Motoren und fahren bei wieder wunderbarem Wetter in Richtung Norden. Sogar auf der Landstraße ist der Urlaubsverkehr zu bemerken. Bei Stau auf der A9 weichen dank Navi sehr viele Wohnwagenfahrer, Wohnmobilisten und Dosenfahrer auf die Bundesstraße aus. Wenn dann noch die ein oder andere Ortsdurchfahrt gesperrt ist wird das richtig lustig … So geschehen in Paffenhofen an der Ilm. Die wären sicher besser auf der Autobahn geblieben. Darum heißt die ja auch so, Landstraßen sind für Motorräder. So.

Da wir aber glücklicherweise in der Gegenrichtung unterwegs sind, tangiert uns das nur am Rande und wir können lächelnd beobachten. Am frühen Abend fallen wir in Karlstein bei Jonnys Roadhouse ein und speisen amerikanisch. Die Fahrzeuge des Mustangclubs „Wild Ponys Hanau“ verblassen förmlich angesichts unserer gezeichneten Urlaubskräder.

Um 21:00 sind wir dann zu Hause.
Die Reise war toll. Leider wieder mal zu viel erlebt in zu kurzer Zeit. Zeit ist wie immer das Problem … die nächste Reise wird uns wieder nach Albanien führen, aber ohne das ganze Drumherum. Mit der Fähre von Triest direkt nach Durres. Dann ausgiebig den Nordosten des Landes erkunden um dann wieder im Süden mehr Zeit auf der Farma Sotira und bei Vasili und seiner Mama zu verbringen. Die Enfield ist für mich das perfekte Reisekrad. Ein Motorrad das es einem einfach macht die Menschen zum lächeln zu bringen. Man ist ihnen mit so einer alten Karre einfach näher als mit so einem modernen Fernreise SUV.

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