San Diego Part 3

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Mittwoch Mittag mache ich mich auf zu den Eagle Ridern. Der freundliche Biker-Sunny-Boy erklärt mir stolz: I don’t have a Sportster … take this one – same price.
Also eigentlich hätte ich bei diesem Gerät sogar einen Nachlass erwartet. Sowas peinliches. Ein dicker Softchopper. Obwohl … ich bin ja sogar schon einmal mit einer Virago nach Griechenland gefahren.

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Also Schwamm drüber .. Beim Beladen stelle ich noch fest, den Tankrucksack kann ich vergessen. Da wo der hin soll sitzt bei der dicken Lady die Kommando Zentrale. Wurscht, wird eben in die hybschen Lederpacktaschen umgeräumt. Ortlieb-Satteltaschen noch obendrauf, Gepäckrolle auf den Heckträger und los geht es. Der Big-Twin boller los, ich nehme die Füsse hoch und fange sofort an zu füsseln weil ich die Rasten nicht finde. So weit vorne hätte ich sie nicht vermutet …

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Raus auf die Hauptstraße und gleich einmal einen U-Turn machen müssen. OK, die Straßen sind breit und die Amis geduldige Verkehrsteilnehmer. Bedingt durch den sehr niedrigen Schwerpunkt lassen sich solche Situationen, wenn auch sehr langsam, recht gut meistern. Ich muss noch mal auf die Messe, quer durch die ganze Stadt … und obwohl es nicht extrem warm ist, fühle ich wie mir ein kleines Bächlein Schweiß den Rücken runter rinnt. Mit den Wax-Klamotten bin ich wohl auch ein wenig overdressed.

Als ich dann auf dem Interstate 8 bin lasse ich den Karren erst einmal laufen. Ich bin ziemlich beeindruckt als ich am Kabel ziehe. Da geht richtig was nach vorne! Und Drehmoment satt. Aus jeder Lebenslage Kraft aus dem Keller. In Gedanken immer noch beim Schaltschema der Enfield verhaspel ich mich ein ums andere Mal aber das ist dem Motor egal. Anfahren ginge zur Not auch aus dem dritten Gang wie ich festellen musste. Nach ungefähr 50 Meilen habe ich sogar den 6. Gang gefunden. Insgesamt hat mir der Motor sehr viel Freude bereitet, wenn ich mich auch mit dem Äusseren dieser Harley nicht anfreunden kann.

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Auf kleinen Highways fahre ich durch den Cleveland National Forest. Viele enge Kurven durch hügelige Landschaft lassen mich meine Enfield vermissen. Egal … mit der Harley geht das auch, muss ich halt ein wenig mehr arbeiten.

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Mittags kehre ich in einem richtig klassischen Diner ein. Kein so ein Glitzerding wie in den Städten, nein eine echte alte Landkneipe mit geschwätziger aber super freundlicher Wirtin die über alles informiert sein will. Essen ist gut und es macht Spaß, wobei die Deko echt gewöhnungsbedürftig ist.

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Weiter geht es auf kleinsten Straßen durch den Cleveland National Forest. Ein Traum diese Straßen, das Wetter und auch das Motorrad. Ja ich fange an mich an das Eisen zu gewöhnen.

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Die Landschaft verändert sich. Die Vegetation wird karger, Landschaft und Kurven flacher …

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Auf dem Highway 78 fahre ich dann durch den Anza-Borrego Dessert State Park. Sehr beeindruckend! So habe ich mir das vorgestellt. Eine tolle Landschaft mit unendlicher Weite. Es wird auch immer wärmer … ich freue mich meines Lebens.

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 Part 4