Balkan 2015 – 1

Nach einem Jahr Pause geht es in diesem Jahr endlich wieder in Richtung Süden. Ziel ist wieder die Insel Mljet in Dalmatien. Zu schön war es vor zwei Jahren, zu viel gibt es noch zu entdecken auf dem Weg dort hin. Der Plan ist es dieses Jahr mehr Zeit auf An- und Abreise zu verwenden. Mehr Zeit für die schönen Dinge am Wegesrand die man sonst nur im Vorbeiflug wahrnimmt. Kürzere Etappen und mehr Zeit für die Zwischenstationen. Wir waren 2013 insgesamt 13 Tage auf der kleinen Insel, vor allem mir war das viel zu lang … Zunächst planen wir jedoch nur mal eben grob die Anreise. 6 Tage haben wir für die rund 1800 km eingeplant.

Verena reist am Freitag, 3. Juli 2015 an. Wir verbringen den Abend mit packen und der Optimierung der Ausrüstung.

Die reduzierte Küchenkiste

Leider dürfen nicht alle mit auf diese Reise. Das Gelump muss zu hause bleiben. Ich trete die Reise mit einem fernöstlichen Qualitätsprodukt an. Ausnahmsweise …

Wir müssen zu Hause bleiben

Gefahren wird mit einer Großenduro, Suzuki DR BIG. Genannt auch „Der Erpel“. Ich habe das Krad im Frühjahr 2014 als recht renovierungsbedürfig gekauft und relativ aufwändig wieder aufgebaut.

Abfahrt!

Früh am Morgen werfen wir uns auf die Landstraße. Das Wetter passt, es ist sonnig und angenehm warm. Wir wollen es heute bis nach Feldkirch im schönen Land Vorarlberg / Österreich schaffen. 450 Kilometer Landstraße sind das, einer der etwas längeren Tagestouren dieser Reise.

Frühstückspause im Taubertal

Mittagspause kurz hinter Ulm

Nach einem sehr heißen Reisetag erreichen erschöpft und durstig Feldkirch am Bodensee und fallen beim Gert ein …

Ankunft beim Gert und seiner zauberhaften Familie

Nachtrag zu diesem ersten Reisetag:
Schon nach etwa 5 Kilometern ging an Verenas Motorrad die Dämpfung des Zentralfederbeins verlustig. Sie merkte das sofort aufgrund der schlagartig verschlechterten Fahreigenschaften. Zudem musste sie sich noch mein Gemecker anhören sie solle doch endlich mal Gas geben. So kämen wir nie an … 450 Kilometer später bemerkte ich dann den Schaden.

*F-650 Hüpfburg (*klick)

Mir war mein Gemecker am Morgen schon peinlich und mein Respekt vor Verena um so größer mit dieser schaukelnden Fuhre überhaupt so weit und so zügig gefahren zu sein!
Ich telefonierte mit dem Claus um das weitere Vorgehen entscheiden zu können. Passieren könne nichts meinte er, es fahre sich halt nicht so schön. Also was tun? Abbrechen? Ersatzteil besorgen und reparieren? Oder einfach weiterfahren? Wir entschlossen uns für Letzteres. Sollte es zu arg werden, so können wir immer noch reagieren. Ich habe da vollstes Vertrauen in die weltweite AIA-Logistik.

Am nächsten Morgen beginnen wir unsere Durchquerung Österreichs von West nach Ost. Wir möchten nach Villach um von dort aus nach Slowenien zu fahren. Anfangs machen wir einen kleinen Umweg durch den Bregenzer Wald. Aufgrund von Bauarbeiten am Arlbergtunnel und dem damit verbundenen Verkehrsaufkommen am Arlberg-Pass nehmen wir doch lieber die etwas weitere aber stressfreiere Route.

Pause im Bregenzer Wald

Mit feinster Aussicht

Wird der Tank der aufgefüllt. Zur Sicherheit …

Es ist Sonntag. Das Wetter ist sommerlich. Entsprechend viele Biker sind unterwegs. BMW GS wohin man nur schaut. Eine zur Schau Stellung des gesamten BMW und Touratech Zubehörkatalogs für das Ding. Ist Hausmesse oder was ??? Zubehörkomplett. Allesamt. Die geneigten Biker müssen an den Hotspots schon mal nach ihrem Nummerntafel suchen um das Richte Posing-Gerät zu finden. Mich schreckt das ab. Es gibt kaum noch alte Nutzkräder auf den Straßen. Nur noch fremdfinanzierte Produkte einer gelangweilten Konsumgesellschaft die sonst schon alles hat.

Einer dieser Hotspots in den Alpen

Wir fühlen uns nicht wohl, unsere Pausen gestalten sich kurz. Ein paar Fotos, kurz ausruhen, den Wassertank auffüllen und weiter. Deplaziert wirken wir mit unseren alten und billigen Krädern, bepackt wie bei einem Umzug passen wir so gar nicht in die Hochglanz-Prospekt-Welt der Alpenbiker.

Pause auf der alten Gerlos Straße

Schmal windet sich das Asphaltband durch die schöne Landschaft der Alpen

Wir fahren an diesem Tag noch bis in die Nähe von Mittersill wo wir auf einem kleinen Dorfcamp unser Zelt aufschlagen.
Eine heiße Dusche, ein leckeres Abendessen im örtlichen Gasthaus und ein gepflegter Abendspaziergang bringen unsere Gedanken wieder ins Gleichgewicht.
Am nächsten Morgen werden wir von prasselnden Regen geweckt. Mhhh … so haben wir das aber nicht gebucht. Egal, nach einer Weile läßt der Regen nach und wir beginnen den Tag.

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